Liebe Künstler:innen, liebe Vorlass-, Nachlass-Interessierte, manche von Ihnen haben vielleicht schon davon gehört, dass den Künstler:innen im Kreativquartier München, in dem auch wir unser Büro haben, die Mieten für ihre Räume in den Atelierhäusern durch den Vermieter um teilweise bis das dreifache erhöht wurden. Wir möchten aus unserer Arbeit heraus auf einen Teilaspekt dieser Entwicklung hinweisen: Gerade die älteren Künstler:innen in den Atelierhäusern, welche die Strukturen des Kreativquartiers ursprünglich mit aufgebaut haben, nutzen die Ateliers derzeit auch zur Lagerung ihres Werkes und – unserem Rat folgend – zur Strukturierung und Archivierung für die Nachwelt. Die derzeit im Raum stehenden Mieten sind für die meisten dieser Künstler:innen nicht finanzierbar. Ein Umzug des Werks in andere Räumlichkeiten in München ist unrealistisch. Auch wenn wir weiter an eine gütliche Einigung der Künstlerschaft mit den Vermietern glauben, ist dies doch ein Beispiel dafür, wie schnell es gehen kann, dass ein sicher geglaubter Werkbestand in seiner physischen Existenz bedroht ist. Für uns ist das Ansporn weiter daran zu arbeiten, dass wir Künstler:innen nicht nur beratend unterstützen, sondern auch Räumlichkeiten zur temporären Sicherung von Kunstbeständen schaffen, die die Zeitspanne bis zu einem eigenen Haus mit einer regionalen Sammlung der Kunstwerke ab 1950 überbrückt.
Karolina Sarbia und Stefan Kumpfmüller
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